Koordination für Familienrat


 

Familienrat (im Englischen: Family Group Conference) ist ein Verfahren der Sozialen Arbeit mit starker KlientInnenbeteiligung, das vor allem in der Jugendwohlfahrt eingesetzt wird.

 

Diese Methode bietet eine Möglichkeit, unter Einbezug der KlientInnen und ihrem erweiterten Familienkreis zu Vereinbarungen zu kommen. Der Familienrat ist ein Zusammentreffen der Familie mit Bekannten und Verwandten, bei dem ernst zu nehmende Schwierigkeiten gemeinsam gelöst werden können. Somit ist der Familienrat eine Möglichkeit für Familien, ihre Zukunft auch in schwierigen Situationen selbst in die Hand zu nehmen. Auf der Suche nach nachhaltigen Lösungsvereinbarungen in schwierigen Familienkonstellationen werden im europäischen Raum seit einigen Jahren unterschiedliche Modelle der Family Group Conference erprobt und evaluiert.
Der „Familienrat“ richtet sich an jede Form von Familie, unabhängig von ihrer Kultur oder Religion. Die Familie kann selbst bestimmen, wer an dem Familienrat teilnehmen soll.

Das Verfahren wurde in Neuseeland entwickelt und wird in europäischen Ländern wie den Niederlanden und Deutschland teilweise als Standardintervention der Kinder- und Jugendwohlfahrt, teilweise in Form von Pilotprojekten angeboten. Mittlerweile hat es auch eine Ausdehnung auf andere sozialarbeiterische Handlungsfelder, wie die Hilfe für jugendliche StraftäterInnen, in der Schulsozialarbeit oder im Kontext familiärer Alten- und Pflegebetreuung erfahren.

 

Die Rückmeldungen der Familien und der professionellen HelferInnen sind positiv. Die Anwesenden überlegen während des Familienrats, was sie selbst für die Familie tun können. So werden die Stärken der Familie, aber auch die Fähigkeiten und Möglichkeiten von Verwandten, NachbarInnen und FreundInnen genutzt.

 

...aus Sicht der Familie
Vor allem die in den Familien in Gang gebrachte Kommunikation der Familienmitglieder selbst, das hohe Maß an Vertrauen, das ihnen zugesprochen wird, und die höhere Akzeptanz von Lösungen werden geschätzt.

 

...aus Sicht der Sozialen Arbeit
Die SozialarbeiterInnen sehen als Vorteile des Verfahrens die umfassende Netzwerkarbeit und die höhere Verbindlichkeit von Lösungen, da diese selbständig von der Familie erarbeitet werden.


Weitere Stärken des Verfahrens:

  • Familien werden aktiviert
  • Das Vertrauen der Familien in die eigenen Fähigkeiten aber auch in die Arbeit öffentlicher Hilfen wird gestärkt
  • Lösungen der Familie sind nachhaltiger und individueller
  • Kinder und Jugendlicher werden durch die Konferenz positiver wahrgenommen
  • Das Verfahren der Family Group Conference ist kultursensibel

 

(Quelle: http://www.familienrat-fgc.at/index.php/was-ist-fgc)

 

 

Video Präsentation Familienrat, Berlin